Groundhandling beim Drachenfliegen

Übungen bei Starkwind, Übungen bei Seitenwindstarts, wie man den Drachen bei Starkwind allein sichert, wie man den Drachen einfach mit dem Wind tragen kann, Übungen bei Starkwind und weitere Tipps und Tricks rund um das Groundhandling beim Drachenfliegen zeigt hier Drachenfluglehrerin Ines Zießau.

Quelle: DHV

Wenn du dich für das Drachenfliegen interessierst, dann komm in die Flugschule der Althofdrachen und beginne mit einem Schnupperkurs. Hier lernst du nicht nur einen Drachen aufzubauen, sondern auch ihn zu steuern und vieles mehr. → für Fragen stehen dir Christian, Jürgen oder Klaus zur Verfügung.

Drachenfliegen Hintergrundinformationen

Der Drachen

Althofdrachen - Drachenfliegen im Schwarzwald

Vogelgleich die Landschaft von oben betrachten.  Eins mit der Luft werden. Leistung und Dynamik. Das ist Drachenfliegen.
Der Drachen hat unter dem Segeltuch ein festes Gestell aus Aluminiumrohren und Segellatten. Der Pilot ist während des Fluges liegend unter dem Drachen aufgehängt und hält den Steuerbügel in den Händen. Er steuert den Drachen durch Gewichtsverlagerung, indem er den Steuerbügel nach links oder rechts verschiebt. Auch die Geschwindigkeit kann er mit dem Steuerbügel regulieren.
Drachenflieger starten an hindernisfreien Berghängen. Im Flachland werden die Drachen mit Schleppwinden wie die Segelflieger oder hinter einem Ultraleichtflugzeug in die Höhe geschleppt.
Ein moderner Drachen kann bis auf 100 Stundenkilometer beschleunigt werden. Die normale Fluggeschwindigkeit liegt bei über 40 Stundenkilometern. Bei einem Höhenverlust von 1000 Metern kann ein Drachen etwa 15 Kilometer weit gleiten. Mit Hilfe von Aufwinden sind stundenlange Flüge und für fortgeschrittene Piloten Streckenflüge über 200 km keine Seltenheit. Verpackt passt der Flugdrachen auf einen normalen Autogepäckträger. (Text: DHV)

Wissenswertes:

 

 

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Rückblick 1980 – Drachenflieger nutzen zum 1. Mal die Aufwinde Tannschachberg

Im April 1973 hatte Pionier Mike Harker mit seinem spektakulären Flug von der Zugspitze für eine kleine TV-Sensation gesorgt und manchen Zeitgenossen zur Erfüllung von bisher für unmöglich gehaltenen Träumen animiert. Ein wahres Flugfieber brach aus, und manch ein Bruchpilot avancierte über Nacht zum Fluglehrer – mit zweifelhaften Schulungsergebnissen. Die „1. deutsche Drachenflugschule Kiedaisch“ in Stuttgart versuchte es mit mehr Professionalität und schulte nach Richtlinien des US-Halbbluts Mike Harker. Allerdings gab es noch keine allgemein anerkannte Standards, und auch die Sicherheit der flattersturzgefährdeten bunten Dacronflügel ließ stark zu wünschen übrig. Als der legendäre Sportreporter Heinz Mägerlein im Fernsehen Flüge im „Rogallo“ (der NASA-Ingenieur Francis Rogallo plante die Rückführung von Raumkapseln mit Deltaflügeln und gab so unserem Sportgerät seinen Namen) präsentierte, schwappte die Flugbegeisterung auch in den Schwarzwald über: Auf dem Skihang am Hotel Stockinger bei Freudenstadt gab es Drachenflug-Schnupperkurse von Reinhold Speidel und am Stöckerkopf in Baiersbronn wurden die neu erworbenen Künste eifrig erprobt. Bessere Geräte mit unprofilierten Segellatten und etwas geringerer Flächentiefe ermöglichten bald schon mehrminütige Flüge, was die Begeisterung weiter schürte und 1975 zur Gründung des Baiersbronner Drachenfliegervereins führte.

Im blutjungen Sport gab es tatsächlich schon eine „Oldtimerklasse“ – die neuen Drachen wie Ludwig Thalhofers Flamingo waren allerdings die wahren Publikumsattraktion, denn bei ihnen war im Gegensatz zu den Drachen der ersten Generation der Name Hänge-„Gleiter“ schon eher angebracht.
Auch von der Teufelsmühle bei Loffenau wurde geflogen – 550 Höhenmeter und nach Westen hin freie Anströmung ließen nach der Eröffnung Pfingsten 1977 bald schon Stundenflüge im schmalen Aufwindband der Teufelsmühle zu.

Einer der ersten Piloten in Loffenau war der Karlsbader Manfred Vogel, der uns bald begeistert von einem neuen Gelände bei Bernbach vorschwärmte: Dort seien schon die berühmten „Schädelspalter“-Schulungsgleiter im Dritten Reich gestartet – warum sollten wir Drachenflieger denn nicht die Aufwinde am zum Murgtal hin freien Westhang des Tannschachberges nutzen können?
Wir ließen uns dies zweimal sagen und gründeten 1980 den Verein der Althofdrachen – der Name sollte an das ehemalige Segelfluggelände beim Alten Hof erinnern. Mit dabei waren Willy Schrafft, Peter Seip, Dieter Kaiser, Uli Blumenthal, Manfred Vogel als erster Vorsitzender und als passiver Förderer Fritz Frey. Zunächst wurde von einer kleinen Rampe nur etwa 150 Höhenmeter über der großen Landewiese in Althof gestartet und „um die Ecke“ in den Aufwind des nach Michelbach 400 Meter abfallenden Berghanges geflogen. So einfach war dies nicht immer, denn eine hohe Kiefer versperrte zum Beispiel Peter Seip den Weg ins Flugglück (was dieser souverän durch seine Klammer- und Kletterkünste meisterte).

Unser damaliger Senior, der unvergessene Schorsch Ritter, unterschätzte die Stärke der Südwestwinde und pflügte mit seinem zu langsamen Atlas eine Furche von über 10 Meter in den Acker neben der Landewiese – glücklicherweise nur mit Blessuren für die Steuerbügel. Soviel zu den wilden Anfangsjahren, in denen Bobby Szenzer auch das alte Vereinsemblem entwarf.
Die Bäume am unteren Startplatz wurden höher und trotz notorischen Personal- und Geldmangels trauten wir uns, mit viel Eigenleistung sowie großer Spendenbereitschaft oben am Tannschach eine neue, imposante Rampe zu bauen, welche von Richard Morlock geplant und 1983 von Bürgermeister Robert Traub eingeweiht wurde.

Text: Uli Blumenthal