1986: Rekordflug von Thomas Nagel: 7 Std. 15 Min.

1986 wurde der langjährige Vorsitzende Manfred Vogel durch Dieter Kaiser abgelöst, der Bernbacher Fritz Gröner zum zweiten Vorsitzenden gewählt.

Der 4. Bärenpokal wurde wie üblich in der letzten Augustwoche veranstaltet: Pokalsieger und Clubmeister wurde Uli Blumenthal. Den Streckenflugpokal gewann der Neuenbürger Peter Friedemann. Der Wettbewerb fand unter Beteiligung zahlreicher Clubmannschaften, darunter der Mannschaft unseres befreundeten Vereines aus Hardheim statt.

Thomas Nagel verbesserte den Rekord Uli Blumenthals aus dem Jahre 1983 auf 7 Stunden und 15 Minuten.

Bärenpokal der Althofdrachen - 1986Bärenpokal der Althofdrachen - 1986Bärenpokal der Althofdrachen - 1986

 

4. Bärenpokal der Althofdrachen.
Fotos: Werner Fleck

1985: Wir begrüßen unser 100. Mitglied

1985 stieß Realschullehrer Burkhard Fuhrbach aus dem 600 Kilometer entfernten Bad Bentheim als 100. Mitglied zu den Althofdrachen. Zum ersten Mal wurde das Flugjahr mit einem Neujahrsfliegen eingeläutet. Den Bärenpokal gewann der Denzlinger Jürgen Seyfferle, deutscher Meister von 1985, Clubmeister wurde Uli Blumenthal. Den Streckenpokal gewann Werner Fleck und der Doppelsitzer-Pokal ging an Karl-Heinz Rasp aus Maulbronn mit Cornelia Gröner, Bernbach.
Der „Goldhelm“ im Althof XC-Cup 1985 wurde von Uli Blumenthal gewonnen. Dieser Streckenpokal geht seither jährlich an den Althofpiloten mit der größten geflogen Strecke. Als erste Bernbacher Pilotin flog Cornelia Gröner von der Rampe – die unvergessene Frau von Fritz wollte ihrem Mann nicht nachstehen.

Text: Uli Blumenthal

1984: Längste Drachenfliegerkette der Welt

1984 betrug die Mitgliederzahl des Vereins schon 48 Aktive und 37 Passive! Beim 2. Bärenpokal sorgte ein junger Herrenalber für Aufsehen, indem er zahlreiche bekannte Piloten wie Waldemar Wassmer, Uli Blumenthal oder Jürgen Seyfferle hinter sich ließ: Der jetzige Vorstand Dr. Peter Voigt gewann den Pokal und wurde Vereinsmeister.

Und noch etwas muss erwähnt werden: Der Rekord für die „längste Drachenfliegerkette der Welt“ (s. Kleines Lexikon der Superlative, Verlag Buch und Wissen GmbH, 1989) wurde am 26.08.84 während des Bärenpokals mit 75 Drachen und einer Gesamtlänge von 726,80 m in Althof aufgestellt. Auch das größte Wagenrad der Welt war damals zu sehen! Wen wundert´s da, dass 5.000 Zuschauer nach Althof kamen und damit auch Geld in die Clubkasse? Von den Einnahmen konnte ein Teil der Landewiese gekauft werden. Unser viel zu früh verstorbener, langjähriger Vorsitzender Fritz Gröner, wagte in jenen Tagen als erster Bernbacher den Start vom Tannschach, was ihm eine gewonnene Wette über 100 Liter Gerstensaft einbrachte.

Text: Uli Blumenthal

1983: Die Tagesschau berichtet über die Althofdrachen

1983 fand der 1. Bärenpokal-Wettbewerb statt, den Thomas Nagel (Stutensee) gewann und der schon mehr als 1000 Zuschauer anlockte. In der Tagesschau der ARD konnte dann im Dezember ein Millionenpublikum dem seither traditionellen Nikolaus zusehen, wie er auf der Landewiese einschwebte, um mit dem Christkind die erwartungsfrohen Kinder zu beschenken. Im selben Jahr hatte Uli Blumenthal aus Bad Wildbad mit über sechseinhalb Stunden eine erste Bestmarke im Zeitflug aufgestellt.

Rückblick 1980 – Drachenflieger nutzen zum 1. Mal die Aufwinde Tannschachberg

Im April 1973 hatte Pionier Mike Harker mit seinem spektakulären Flug von der Zugspitze für eine kleine TV-Sensation gesorgt und manchen Zeitgenossen zur Erfüllung von bisher für unmöglich gehaltenen Träumen animiert. Ein wahres Flugfieber brach aus, und manch ein Bruchpilot avancierte über Nacht zum Fluglehrer – mit zweifelhaften Schulungsergebnissen. Die „1. deutsche Drachenflugschule Kiedaisch“ in Stuttgart versuchte es mit mehr Professionalität und schulte nach Richtlinien des US-Halbbluts Mike Harker. Allerdings gab es noch keine allgemein anerkannte Standards, und auch die Sicherheit der flattersturzgefährdeten bunten Dacronflügel ließ stark zu wünschen übrig. Als der legendäre Sportreporter Heinz Mägerlein im Fernsehen Flüge im „Rogallo“ (der NASA-Ingenieur Francis Rogallo plante die Rückführung von Raumkapseln mit Deltaflügeln und gab so unserem Sportgerät seinen Namen) präsentierte, schwappte die Flugbegeisterung auch in den Schwarzwald über: Auf dem Skihang am Hotel Stockinger bei Freudenstadt gab es Drachenflug-Schnupperkurse von Reinhold Speidel und am Stöckerkopf in Baiersbronn wurden die neu erworbenen Künste eifrig erprobt. Bessere Geräte mit unprofilierten Segellatten und etwas geringerer Flächentiefe ermöglichten bald schon mehrminütige Flüge, was die Begeisterung weiter schürte und 1975 zur Gründung des Baiersbronner Drachenfliegervereins führte.

Im blutjungen Sport gab es tatsächlich schon eine „Oldtimerklasse“ – die neuen Drachen wie Ludwig Thalhofers Flamingo waren allerdings die wahren Publikumsattraktion, denn bei ihnen war im Gegensatz zu den Drachen der ersten Generation der Name Hänge-„Gleiter“ schon eher angebracht.
Auch von der Teufelsmühle bei Loffenau wurde geflogen – 550 Höhenmeter und nach Westen hin freie Anströmung ließen nach der Eröffnung Pfingsten 1977 bald schon Stundenflüge im schmalen Aufwindband der Teufelsmühle zu.

Einer der ersten Piloten in Loffenau war der Karlsbader Manfred Vogel, der uns bald begeistert von einem neuen Gelände bei Bernbach vorschwärmte: Dort seien schon die berühmten „Schädelspalter“-Schulungsgleiter im Dritten Reich gestartet – warum sollten wir Drachenflieger denn nicht die Aufwinde am zum Murgtal hin freien Westhang des Tannschachberges nutzen können?
Wir ließen uns dies zweimal sagen und gründeten 1980 den Verein der Althofdrachen – der Name sollte an das ehemalige Segelfluggelände beim Alten Hof erinnern. Mit dabei waren Willy Schrafft, Peter Seip, Dieter Kaiser, Uli Blumenthal, Manfred Vogel als erster Vorsitzender und als passiver Förderer Fritz Frey. Zunächst wurde von einer kleinen Rampe nur etwa 150 Höhenmeter über der großen Landewiese in Althof gestartet und „um die Ecke“ in den Aufwind des nach Michelbach 400 Meter abfallenden Berghanges geflogen. So einfach war dies nicht immer, denn eine hohe Kiefer versperrte zum Beispiel Peter Seip den Weg ins Flugglück (was dieser souverän durch seine Klammer- und Kletterkünste meisterte).

Unser damaliger Senior, der unvergessene Schorsch Ritter, unterschätzte die Stärke der Südwestwinde und pflügte mit seinem zu langsamen Atlas eine Furche von über 10 Meter in den Acker neben der Landewiese – glücklicherweise nur mit Blessuren für die Steuerbügel. Soviel zu den wilden Anfangsjahren, in denen Bobby Szenzer auch das alte Vereinsemblem entwarf.
Die Bäume am unteren Startplatz wurden höher und trotz notorischen Personal- und Geldmangels trauten wir uns, mit viel Eigenleistung sowie großer Spendenbereitschaft oben am Tannschach eine neue, imposante Rampe zu bauen, welche von Richard Morlock geplant und 1983 von Bürgermeister Robert Traub eingeweiht wurde.

Text: Uli Blumenthal